Airbus Summit 2021: Wegweiser in die Zukunft des klimaneutralen Fliegens

Mit technologischen Innovationen und alternativen Antrieben wird klimaneutrales Fliegen bis 2035 Wirklichkeit. Nachhaltige Flugkraftstoffe, Wasserstofftechnologie, Elektroantrieb und verbessertes Flugverkehrsmanagement sparen CO2-Emissionen. So wird Fliegen effizienter und nachhaltiger. Wie der Weg in die Zukunft des klimaneutralen Fliegens aussehen wird, wurde auf dem Airbus Summit 2021 präsentiert.

Klimaneutralität ist das zentrale Ziel der Luftfahrt. Daher forscht die Luftfahrtindustrie mit Hochdruck an zukunftsfähigen und nachhaltigen Technologien. Bis 2035 soll das erste CO2-emissionsfreie Flugzeug in Betrieb genommen werden. Auf dem Airbus Summit 2021 wurde gezeigt, wie der Weg zu klimaneutralem Fliegen aussehen wird: mit alternativen Kraftstoffen, Wasserstofftechnologie, Elektroantrieb und  verbessertem Flugverkehrsmanagement wird die Energiewende am Himmel Realität

Alternative Kraftstoffe leiten die Energiewende ein

Nachhaltige Flugkraftstoffe (sustainable aviation fuels) spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der CO2-Emissionen. Daher sind bereits heute alle modernen Airbus Flugzeuge für eine Beimischung mit bis zu 50% nachhaltigen Flugkraftstoffen zugelassen. Bis 2030 sollen es bis zu 100% sein. Gleichzeitig muss die Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen deutlich gesteigert werden. Das senkt den Preis und ermöglicht so den Übergang zu alternativen Kraftstoffen in der zivilen Luftfahrt. Regierungen und Energieversorger tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Auf der Kurz- und Mittelstrecke sind nachhaltige Flugkraftstoffe aber nur eine Übergangslösung. Wasserstofftechnologie macht CO2-emissionsfreie Kurz- und Mittelstrecke möglich.

 

Airbus Summit 2021 Day 02 Making Net Zero Carbon Aviation A Reality

                              Experts discuss the future of climate-neutral flying at the Airbus Summit 2021

Auf dem Airbus Summit wurde die Ambition unterstrichen

Bis 2035 sollen die ersten Wasserstoffflugzeuge fliegen. Diese werden vor allem auf Kurz- und Mittelstreckenflügen zum Einsatz kommen. Im Rahmen der ZEROe-Initiative arbeitet Airbus mit dem Turbofan, Turboprop und Blended-Wing Body an drei Prototypen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Entwicklung von kyrogenen Tanks für flüssigen Wasserstoff dar. In den Zero-Emission Development Centres in Nantes und Bremen wird daher an dem Design der Tanks und der Integration dessen in das neuartige Flugzeug geforscht. Mit Air Liquide und VINCI Airports arbeitet Airbus zusammen, um den Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen zu fördern und das europäische Flughafennetzwerk für zukünftige Wasserstoffflugzeuge aufzubauen. 2023 soll am Flughafen  Lyon-Saint Exupéry die erste Wasserstoffinfrastruktur betriebsbereit sein. So gelingt die Energiewende am Himmel.

Elektroantriebe definieren urbane Mobilität neu 

Besonders in urbanen Zentren wird emissionsarme, effiziente Fortbewegung in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Der CityAirbus NextGen liefert Antworten auf die Frage, wie urbane Mobilität mit ökologischen und sozialen Faktoren in Einklang gebracht werden kann. Der auf dem Airbus Summit vorgestellte Prototyp eines vollelektrischen Senkrechtstarters kann bis zu vier Personen innerhalb eines 80km Radius befördern – und das extrem leise und ohne Emissionen beim Flug zu produzieren. Der städtische Luftverkehr wird zum Pionier für klimaneutrales Fliegen.

Flugverkehrsmanagement senkt schon jetzt Emissionen

Das Flugverkehrsmanagement nimmt in den Diskussionen um klimaneutrales Fliegen häufig eine untergeordnete Rolle ein. Dabei können Verbesserungen in diesem Bereich bereits heute den CO2-Ausstoß drastisch senken. Verschiedene Maßnahmen wie einem kontinuierlichen Steig- und Sinkflugbetrieb, der das Kreisen in Warteschleifen überflüssig macht, Flugbahnoptimierungen in Form von direkten Flugbahnen zwischen Ab- und Ankunftsort, sowie das Fliegen in bestimmten Flughöhen und das Taxing auf der Rollbahn mit nur einem Triebwerk können bis zu 10% CO2-Einsparungen führen. Das stellte der Flug des Airbus A320neo von Paris zum Airbus Summit nach Toulouse unter Beweis. Er markiert den Beginn einer Reihe von Forschungsflügen, die im Rahmen des Single European Sky Forschungsprojektes „Albatross“ zwischen 2021 und 2022 stattfinden. Ziel ist es, Erkenntnisse hin zu einem verbesserten Flugverkehrsmanagement zu gewinnen und damit Emissionen zu reduzieren.  

Stand: Okt 2021

City-Airbus: Ein Meilenstein für das elektrische Fliegen der Zukunft

In Manching ist der CityAirbus zum ersten öffentlichen Testflug abgehoben. Das ist ein wichtiger Schritt für den vollelektrischen Senkrechtstarter und bringt das unbemannte und elektrische Fliegen substantiell voran. Der CityAirbus ist Technik Made in Germany und hilft bei der Erprobung zahlreicher neuer Technologien für das klimaneutrale Fliegen. Manching nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.

Die Luftfahrt steht an der Schwelle zum klimaneutralen Fliegen und zahlreiche Technologien heben erstmalig ab. Mit dem öffentlichen Testflug des CityAirbus kommt das vollelektrische und unbemannte Fliegen damit in greifbare Nähe. Das erste Modell des CityAirbus hat zahlreiche neue Technologien erstmals im Einsatz getestet und dient als tragende Säule für die Entwicklung des vollelektrischen Fliegens.

Ein Parademodell für die Mobilität der Zukunft

Der CityAirbus ist das einzige Fluggerät seiner Klasse, das als vollelektrischer Senkrechtstarter bereits in Originalgröße fliegt. Der Drehflügler hat ein Abfluggewicht von mehr als zwei Tonnen und ist ausgelegt für vier Passagiere. Das ist die Zukunft für die Urban Air Mobility, die innerstädtische Mobilität in der Luft. Als klimaneutrales Verkehrsmittel kann solch ein Modell dann zukünftig in großen Städten zusätzliche Optionen bieten, um stark frequentierte Wegstrecken schnell und komfortabel in der Luft zurückzulegen.

CityAirbus infographic

                                       The CityAirbus is a model for electric flying and urban mobility of the future

Spillover-Effekte für das andere Flugzeugmodelle

Der CityAirbus zeigt, wie künftige Mobilität in Städten aussehen kann, ermöglicht aber auch den Einsatz von Technologien für andere Konfigurationen. Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Luftfahrt zeigt der der Drehflügler, welche Herausforderungen elektrische Antriebe überwinden müssen und in welchen technologischen Gebieten größerer Nachholbedarf besteht. Somit erfüllt der Senkrechtstarter zwei zentrale Funktionen: Zum einen ebnet er den Weg für neue Fluggeräte, die als „Flugtaxis“ bestehende Verkehrsformen ergänzen können. Zum anderen können innovative Ideen hier erstmalig getestet werden und dann auf andere Fluggeräte übertragen werden. So bereitet der CityAirbus der klimaneutralen Luftfahrt den Boden.

 Manching wird zum Hub für die neue Mobilität

Im neuen Drohnencenter Manching wird die Erprobung des elektrischen Drehflüglers weiter ausgebaut. Ab Oktober geht dort ein neues, weiterentwickeltes Modell des CityAirbus an den Start. Dabei stehen dann vor allem Fragen der Reichweite und der Nutzlast im Zentrum. Das Ziel ist eine wirtschaftlich nutzbare Version, das Fliegen zum Taxipreis. Ingolstadt und dessen nähere Umgebung werden zur Modellregion für die Urban Air Mobility. Das erhöht die Bedeutung des Standortes und hilft dem Klima gleichermaßen.

Stand: Sept 2021

Energieautonomie und Klimaschutz: Flughäfen als Wasserstoff-Hubs

Das Erreichen von Klimaneutralität am Himmel ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Den Flughäfen kommt als zentrale Infrastruktur der Luftfahrt zweifelsohne eine Schlüsselrolle zu. Das betrifft sowohl den Verkehr vor Ort als auch die Energiebereitstellung für Flugzeuge. Mit dem Konzept „Hydrogen Hub at Airports“ zeigt Airbus auf, wie zukünftig die Versorgung von Flughäfen mit Wasserstoff geschehen könnte, damit Emissionen am Boden und in der Luft gesenkt werden.

Um klimaneutrales Fliegen zu erreichen, wird sich auch die Rolle von Flughäfen ändern. Das Aufkommen von neuer Wasserstoff-Technologie wird für die Luftverkehrszentren neue Funktionsmöglichkeiten eröffnen und stellt eine noch stärkere Bedeutung für die Energiewende am Himmel dar. Denn neben den Verkehrsträgern spielt auch die Infrastruktur von Flughäfen eine zentrale Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität, um Flughäfen auf dem Weg zur Energieautonomie zu unterstützen.

Wasserstoff-Technologie senkt die Emissionen vor Ort

An Flughäfen treffen komplexe Systeme aufeinander. So umfasst der Bodentransport die Beförderung von Passagieren durch Busse, aber auch den Einsatz von Schwerlastfahrzeugen für die Logistik, wie Flugzeugschlepper und Frachtfahrzeuge. Für einige dieser Fahrzeuge bestehen bereits elektrische Alternativen zu konventionellen Antrieben. Aber Wasserstoff hat das Potential, auch komplexere Fahrzeugsysteme zu betreiben, die mehr Energie benötigen. Zudem könnte Wasserstoff dazu beitragen, Energie zum Kühlen und Heizen bereitzustellen und so die Gesamtemissionen an den Luftverkehrszentren zu senken.

 

 

Airports as hydrogen hubs: energy independence and climate protection

Airports can play an important role in climate-neutral flying as hydrogen hubs.

Nachhaltige Infrastruktur am Boden für die Energiewende am Himmel

Wasserstoff wird zweifelsohne eine Schlüsselrolle mit Blick auf das Flugzeug der Zukunft spielen. Airbus hat kürzlich drei Design-Entwürfe für das Nullemissionsflugzeug vorgestellt, die auf Wasserstoff-Technologie setzen. Somit wird die Entwicklung dieser potenzialträchtigen Energieträger-Technologie eine tragende Rolle bei der Erreichung der Klimaneutralität in der Luftfahrt spielen. 

Wasserstoff vor Ort produzieren und einsetzen

Die Produktion und Verflüssigung von Wasserstoff vor Ort wird die Transformation von Flughäfen in Energielieferanten unterstützen – für den Eigenbedarf und für wasserstoffbetriebene Flugzeuge. Diese Lösung würde den Transport zu und von externen Wasserstoffproduktionsanlagen überflüssig machen. Auf diese Weise könnten Flughäfen zu zukünftigen Energie-Ökosystemen werden, in deren Zentrum die Produktion von flüssigem Wasserstoff steht.

„Hydrogen Hub at Airports“ zeigt Möglichkeiten von Wasserstoff an Flughäfen

Airbus hat das Konzept „Hydrogen Hub at Airports“ vorgestellt und so den Einsatz von Wasserstoff skizziert. Dabei handelt es sich um einen Ausgangspunkt für die Forschungen zum kohlenstoffarmen Flughafenbetrieb und zum Verständnis der Infrastrukturanforderungen für wasserstoffbetriebene Flugzeuge. Denn der flächendeckende Einsatz der Technologie gelingt nur, wenn sich die gesamte Wertschöpfungskette auf Wasserstoff einstellt. Damit Wasserstoff sein volles Potenzial entfalten kann, muss das gesamte Flughafen-Ökosystem zusammenarbeiten: Flughäfen, Flughafenbehörden, Energieversorger und Regulierungsbehörden.

Die ersten Konzepte für das Fliegen mit Wasserstoff wurden vorgestellt, jetzt geht es darum, die Umsetzung Schritt für Schritt zu unterstützen. Die Energiewende am Himmel ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gelingt, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Für die Flughäfen ergeben sich durch die Umstellung auf Wasserstoff gleich mehrere Vorteile. Davon profitiert das Klima unmittelbar.

Stand: Juli 2021

Wasserstoff ist gemeinsamer Nenner für klimaneutrales Fliegen

Das Fliegen wird klimaneutral. Airbus hat dafür ambitionierte Ziele und entwickelt schon heute das Flugzeug der Zukunft: bis 2035 wird das erste Nullemissionsflugzeug auf dem Markt erwartet. Dabei spielt Wasserstoff eine zentrale Rolle. Diese Technologie wird das Flugzeug von Grund auf verändern. Jetzt braucht es entschiedene Maßnahmen und Investitionen, damit die Energiewende am Himmel gelingt.

Die Luftfahrt verbindet Menschen und Märkte weltweit. Zwei Drittel aller Touristen erreichen ihr Ziel per Flugzeug, ein Drittel aller Güter werden per Luftfracht versandt. Alleine Deutschland exportiert Waren im Wert von 150 Milliarden Euro pro Jahr per Flugzeug. Die Luftfahrt spielt daher eine entscheidende Rolle, um die COVID-19 Krise wirtschaftlich zu bewältigen. Dies muss aber nachhaltig geschehen.

Hochkarätiges Panel zeigt Weg zum klimaneutralen Fliegen auf

Darüber waren sich führende Persönlichkeiten aus Politik, Forschung und Industrie im Rahmen der BDLI-Gesprächsreihe „AeroSpace Insights“ Ende Mai einig. Bereits im nächsten Jahrzehnt werden Flugzeuge klimaneutral starten – vorausgesetzt, dass jetzt die richtigen Weichen gestellt und Entscheidungen schnell umgesetzt werden.

Wasserstoff ist die entscheidende Technologie für die Dekarbonisierung der Luftfahrt

Verschiedene Flugzeuge brauchen verschiedene Technologien, um den Anforderungen gerecht zu werden. Auf der Langstrecke sind Sustainable Aviation Fuel (SAF), oder Biomassebrennstoff aus bereits verwendetem Speiseöl, Abfällen, Abfallprodukten etc. die vielversprechendsten Optionen, um Emissionen substantiell zu senken. Alternative Brennstoffe können auch mittels Wasserstoff gewonnen werden. Auf der Kurz- und Mittelstrecke und bei Regionalflügen kommt dabei Wasserstoff als Energieträger eine zentrale Rolle zu. “Grüner” Wasserstoff senkt die Treibhausgas-Emissionen direkt und unmittelbar, und verspricht Spillover-Effekte auf andere Teile der Wirtschaft. Um all diese innovativen Technologien zu bedienen, ist es notwendig die Bereitstellung von grünem Wasserstoff deutlich voranzutreiben. Die Stärkung von Europa als Hub der Wasserstoff-Technologie stärkt zudem die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents.

Ein riesiger Schritt in Richtung Klimaneutralität

Airbus arbeitet aktuell an drei Design-Konzepten, um klimaneutrales Fliegen zu realisieren. Etwa im Jahr 2025 wird über einen dieser Pfade entschieden und bereits bis 2035 wird das erste Nullemissionsflugzeug auf den Markt erwartet. Bis 2050 soll die Luftfahrt dann insgesamt klimaneutral sein. Damit dies gelingt, müssen heute die richtigen Weichen gestellt werden: technologisch, logistisch, politisch. Daher braucht es jetzt Demonstratoren-Projekte und Teststrecken für Pilotprojekte. So kann die Energiewende am Himmel gelingen. 

Schon heute entwickeln die Ingenieure das Flugzeug der Zukunft

Die ersten Technologie-Demonstratoren werden von Airbus bereits geplant, gerade hinsichtlich der Veränderungen an der Gesamtarchitektur des Flugzeugs. Der Flugkraftstoff-Tank muss grundlegend überdacht werden, da Wasserstoff vier Mal mehr Volumen benötigt als herkömmliches Kerosin und um zu verflüssigen zudem auf -250 Grad gekühlt werden muss. Airbus kann dabei auch auf Erfahrungen des Raketen-Hersteller Ariane in Bremen zurückgreifen. Das Flugzeug der Zukunft wird sich grundlegend von heutigen Modellen unterscheiden.

Deutschland hat die einmalige Chance,  zum Hub für das klimaneutrale Fliegen zu werden. Dafür müssen jetzt alle gemeinsam anpacken, damit das Flugzeug der Zukunft aus Deutschland und Europa kommt. Die Energiewende am Himmel ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle betrifft.

Stand: Juni 2021

Nachhaltige Alternativen zu Kerosin in den Startlöchern

Airbus und die gesamte Luftfahrtindustrie sind sich ihrer klimapolitischen Verantwortung bewusst und haben zugesichert: klimaneutrales Wachstum ab 2020 und Halbierung der Netto-Emissionen bis 2050 (verglichen mit 2005). Ziel ist die Entwicklung eines „low emission aircrafts“ hin zum klimaneutralen Fliegen.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität kommt nachhaltigen Flugkraftstoffen eine Schlüsselrolle zu. Diese sogenannten Sustainable Aviation Fuels (SAF) sind seit 10 Jahren einsatzreif, aber nur in geringen Mengen verfügbar. Nun müssen die richtigen Rahmenbedingungen für den flächendeckenden Einsatz geschaffen werden, um die Mengen zu skalieren und die Kosten zu senken.

Die Luftfahrt hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Ab 2020 wird die Luftfahrt als erste Branche überhaupt emissionsneutral wachsen und bis 2050 ihre CO2-Emissionen halbieren (im Vergleich zu 2005). Ein Schlüssel hierzu liegt in der Umstellung der Antriebsenergie von fossilen auf erneuerbare Energieträger – eine Energiewende in der Luftfahrt.
Mit alternativen Brennstoffen zum klimaneutralen Fliegen

Die Luftfahrt hat seit Beginn des Jet-Zeitalters die CO2-Emissionen bereits um 80% pro Passagierkilometer reduziert. Die Emissionen der Luftfahrt lassen sich durch zahlreiche Maßnahmen weiter senken, wobei SAF insbesondere für die Langstrecke das größte Potential haben. Dabei sind drei Varianten für den Einsatz im kommerziellen Luftverkehr möglich. Gemeinsam können sie die Klimawirkung des Luftverkehrs am stärksten mindern:

 

Turbofan
  1. Alternative Drop-In-Brennstoffe können dem fossilen Kerosin beigemischt werden und so schon heute ohne technischen Umbau eingesetzt werden.
  2. Near-Drop-In-Brennstoffe wie 100% HEFA-SPK oder FT-SPK (Synthetisches Paraffinisches Kerosin) kann Treibhausgasemissionen weiter reduzieren. Sie sind noch nicht zugelassen, aber in modernen Flugzeugen vermutlich ohne Modifikationen einsetzbar.
  3. Non-Drop-In-Brennstoffe wie kryogener oder gasförmiger Wasserstoff erfordern erhebliche Weiterentwicklungen von Antrieb, Tank und Infrastruktur, können die Emissionen aber auf lange Sicht komplett reduzieren.

Kerosin ist noch unangefochten

Neue, alternative Brennstoffe sind unter heutigen Bedingungen im Vergleich zu fossilem Kerosin im wirtschaftlichen Nachteil. Fossiles Kerosin hat sich über Jahrzehnte als hochspezialisierter, sicherer und günstiger Energieträger weltweit in der kommerziellen Luftfahrt etabliert. Daraus ergibt sich derzeit ein erheblicher Kostenvorteil des herkömmlichen Brennstoffes gegenüber SAF. Die heute noch hohen Herstellkosten für synthetisches Kerosin gilt es zu senken.

Energiewende braucht Investitionen

Die Energiewende in der Luftfahrt ist nur durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen erreichbar. Aufgrund des vergleichsweise hohen Preises alternativer Flugkraftstoffe (SAF) ist die Nutzung in der nahen Zukunft nur durch politische Unterstützung ihrer Industrialisierung und feste Regularien erreichbar. Konkret braucht es eine noch stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung und von Produktionsanlagen. Zudem muss der Einsatz von SAF durch finanzielle Anreize gestärkt werden und durch einheitliche globale Regeln Planungssicherheit geschaffen werden. Dadurch werden SAF wettbewerbsfähig und dienen als Grundlage des klimaneutralen Fliegens.

Stand: Sept 2020

Fliegen bleibt die sicherste Art zu reisen

Im Luftverkehr steht die Sicherheit der Passagiere an erster Stelle – auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie. Umfangreiche Maßnahmen und Hochtechnologie an Bord schützen die Reisenden. Darum kann der Flugverkehr nun wieder sicher anlaufen. Und muss es auch, wenn wir irreparable wirtschaftliche Schäden verhindern wollen. 

Ansteckung an Bord extrem unwahrscheinlich

In der Luftfahrt hat Sicherheit oberste Priorität. Dazu gehört, dass die Luft in einem Flugzeug sauberer ist als in jedem anderen Verkehrsmittel. Denn während des Fluges wird das komplette Luftvolumen der Kabine alle drei Minuten ausgetauscht. Dabei werden Krankheitserreger durch spezielle HEPA-Filter konstant aus der Luft entfernt.

Zudem zirkuliert die Luft vertikal. Dies erlaubt quasi eine individuelle Luftzufuhr für jeden Passagier. All dies minimiert die Ansteckungsgefahr und macht Kabinenluft extrem sauber, vergleichbar mit einem Operationssaal im Krankenhaus.

Luftverkehr ist die Lebensader Europas

Unsere exportorientierte Wirtschaft ist auf den Luftverkehr angewiesen. Jeder Tag, an dem der internationale Warenaustausch stockt, kostet Europa Wohlstand und Arbeitsplätze. Ohne Flugreisen ist auch der Tourismus schwer vorstellbar. Weltweit hängt jeder zehnte Arbeitsplatz am Reisen – ohne einen funktionierenden Luftverkehr sind diese Jobs in Gefahr.

Natürlich steht auch für Airbus steht viel auf dem Spiel: Airbus beschäftigt knapp 45.000 hochqualifizierte Mitarbeitende in Deutschland und insgesamt über hunderttausend Menschen in Europa.

Menschen sicher reisen lassen

Es ist daher essenziell, den Flugbetrieb in Europa und darüber hinaus wieder verstärkt aufzunehmen. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat bereits umfangreiche Maßnahmen vorgestellt, um die Sicherheit der Passagiere garantieren. Somit gibt es keinen Grund mehr, gesunden Menschen das Reisen zu verbieten.

 

Flying is the safest way to travel.

Der sukzessiven Öffnung der Grenzen steht derzeit nichts entgegen. Dafür bedarf es eines risikobasierten Ansatzes, der mit bilateralen Grenzöffnungen beginnen könnte. Darauf aufbauend sollte zügig eine europäische Einigung über die Kriterien einer multilateralen Grenzöffnung erzielt werden. Dies muss zeitnah geschehen, um Industrie und Luftverkehr zu stabilisieren und eine unnötige Verschlimmerung der Krise zu verhindern. 

Stand: June 2020

Airbus Concept Plane im neu eröffneten FUTURIUM ausgestellt

2019 wurde das neue FUTURIUM im Herzen von Berlin unweit der Airbus Repräsentanz eröffnet. Das Haus der Zukunft bietet den Besuchern in den Bereichen Mensch, Natur und Technik - Einblicke in die Welt von morgen. 

Anhand des im 3D-Verfahren gedruckten Concept Planes zeigt Airbus im FUTURIUM wie der Flugzeugbau von der Natur lernen kann. Die Berechnungsmethoden der Ingenieure orientieren sich heute zunehmend an Konstruktionsprinzipien von Organismen. So können zum Beispiel einzelne Bauteile, ähnlich wie bei Röhrenknochen, winzige Strukturen im Innenbereich beinhalten.

Für den Flugzeugbau sind diese „Knochenbälkchen" ideal, denn dadurch ist Material nur dort notwendig, wo es zur Stabilität beiträgt. Das sorgt wiederum für geringes Gewicht und einen niedrigeren Kerosinverbrauch.

Mit Hilfe des 3D-Verfahrens lassen sich komplexe, sehr leichte und zugleich sehr feste Bauteile herstellen. Ingenieure träumen davon, eines Tages ein ganzes Flugzeug drucken zu können.

Das FUTURIUM gibt den Besuchern Einblicke in diese und andere interessante Zukunftsthemen, wobei sich alles um die Frage dreht: „Wie wollen wir leben"? Der Besucher kann entdecken, ausprobieren und diskutieren. 

Stand: Sept 2019

 

FUTURIUM

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