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20 October 2018
20. October 2018 Space

Ariane 5 erfolgreich von Kourou gestartet: BepiColombo ist nun auf seinem langen "Bremsweg" zum Merkur

BepiColombo in Space

Doppel-Mission reist 8,5 Mrd. Kilometer durchs innere Sonnensystem

Airbus führte Industriekonsortium von 83 Unternehmen aus 16 Ländern

@BepiColombo @ESA_Bepi @esascience @ESA_MTM @JAXA_MMO #Mercury #VA245 #Kourou @AirbusSpace

 

Kourou, 20. Oktober 2018 - Die europäisch-japanische Merkur-Mission BepiColombo ist heute Morgen, Samstag, 20. Oktober, 03:45 Uhr (MESZ) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana) von einer Ariane-5-Trägerrakete auf ihre lange Reise durchs innere Sonnensystem gebracht worden. In sieben Jahren und nach rund 8,5 Milliarden Reisekilometern soll der von Airbus für die europäische Weltraumorganisation ESA und die japanische Weltraumagentur JAXA gebaute Satellitenverband den innersten Planeten erreichen.

 

Ab 2025 werden damit erstmals zwei Raumsonden gleichzeitig den Merkur und seine Umgebung erforschen. Unter anderem sollen Kameras die Oberfläche genauer als bisher kartographieren. Daten der insgesamt 16 wissenschaftlichen Instrumente sollen Aufschlüsse über die geologische und chemische Zusammensetzung, den Aufbau des Planeten und über die Eigenschaften des Magnetfeldes und seine Interaktion mit dem Sonnenwind geben.

 

"Diese sehr komplexe Mission ist das Ergebnis einer wirklich inspirierenden internationalen Zusammenarbeit von 83 Unternehmen aus 16 europäischen Ländern und Japan", sagte Nicolas Chamussy, Leiter von Space Systems. "Dieses internationale Vorhaben, das Airbus-Teams aus fünf Ländern einschließt, ist das Ergebnis des Wunsches, mehr über diesen wenig bekannten Planeten und die Ursprünge unseres Sonnensystems zu erfahren. Alle großen Missionen sind mit Herausforderungen verbunden: Airbus musste eine ausgeklügelten Thermalschutzlösung und sogar "spezielle" Solar-Arrays entwickeln, die um 75 Grad von der Sonne weg geneigt werden können, um die Temperatur zu begrenzen. Jetzt besteht die Herausforderung erst einmal darin, die Reise sicher abzuschließen, um dann die Wissenschaft liefern zu können, auf die wir alle warten."

 

Die Ariane 5 beschleunigt "Bepi" über die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit hinaus, die man benötigt, um der Anziehungskraft der Erde zu entkommen, so dass sich die Raumsonde auf einer erdähnlichen Umlaufbahn um die Sonne mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 120.000 km/h wiederfindet. Auf seinem Weg zum Merkur muss BepiColombo dann seine Umlaufbahn durch Bremsmanöver anpassen, um sich dem Planeten langsam zu nähern.

 

Deshalb steuert die Flugleitstelle, das europäische Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, einen ausgeklügelten Kurs durch das innere Sonnensystem und tritt bereits 60 Tage nach dem Start auf die Bremse, um die Geschwindigkeit zu reduzieren: Mit dem Einsatz eines elektrischen Antriebssystems und insgesamt neun so genannten Swingby-Manövern (1 x Erde im April 2020, 2 x Venus und 6 x Merkur) kann BepiColombo genug "Brems"-Energie aufbringen. Von den vier Xenon-betriebenen Ionentriebwerken werden auf der langen Reise maximal zwei gleichzeitig arbeiten; insgesamt an mehr als 700 Tagen, davon bis zu 4 Monate ununterbrochen. Strom beziehen die Triebwerke von zwei Solargeneratoren, jedes 1,80 Meter breit und 14 Meter lang. Der Ionen-Antrieb sowie ein weiteres chemisches Antriebssystem und die Solargeneratoren befinden sich auf dem so genannten Mercury Transfer Module (MTM), dem Antriebsmodul für die interplanetare Reise zum Merkur.

 

Mit 8,5 Milliarden Wegstrecke - das entspricht der Entfernung Erde-Neptun und zurück - muss "Bepi" die 38fache Strecke der größten Distanz zwischen Erde und Merkur zurücklegen. Nach einer Reise von sieben Jahren und 18 Sonnenumrundungen wird  das MTM 2025 abgeworfen. Von nun an versorgen sich die Orbiter selbst mit Solarenergie sowie einem eigenen Antriebssystem. Dann wird Bepi in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken, und die beiden Orbiter können ihren jeweils eigenen Orbit um den Merkur erreichen, um mit der eigentlichen wissenschaftlichen Erkundung des Merkurs zu beginnen.

 

Über BepiColombo

Auftraggeber des Projekts sind die Europäische  Weltraumorganisation ESA und die japanische Raumfahrtagentur JAXA. Airbus leitet als industrieller Hauptauftragnehmer ein Konsortium von 83 Unternehmen aus 16 Ländern. ESA, JAXA und Airbus haben zusammen die wissenschaftlichen Ziele der Mission formuliert und dafür den Forschungssatelliten BepiColombo entwickelt. Die eindrucksvolle Raumsonde besteht aus vier Elementen, dem von der europäischen Weltraumorganisation ESA bereitgestellten Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO) der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, einem Sonnenschutzschild (MOSIF) für den MMO und dem Transfermodul (MTM). BepiColombo ist 6,4 Meter hoch und wiegt vier Tonnen. Namensgeber für die Mission ist der italienische Mathematiker und Ingenieur Prof. Giuseppe "Bepi" Colombo (1920 - 1984). Er war maßgeblich für den Erfolg der Merkurmission Mariner 10, die 1974/75 dreimal am Merkur vorbei flog.

 

Redaktioneller Hinweis: Fotos, Videos, Schnittmaterial, Infografik und Interviews sind verfügbar unter:

https://www.airbus.com/space/space-exploration/bepicolombo.html

 

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Über Airbus

Airbus ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug € 59 Mrd. im Jahr 2017 angepasst unter IFRS 15, die Anzahl der Mitarbeiter rund 129.000. Airbus bietet die umfangreichste Verkehrsflugzeugpalette mit 100 bis über 600 Sitzen. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und eines der größten Raumfahrtunternehmen der Welt. Die zivilen und militärischen Hubschrauber von Airbus zeichnen sich durch hohe Effizienz aus und sind weltweit gefragt.

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