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09 March 2018
09. March 2018 Space

Airbus und die bemannte Raumfahrt: von ATV bis Orion

ATV-5 “Georges Lemaître” in space
ATV-5 “Georges Lemaître” in space    
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Am 9. März 2008 startete das erste von fünf ATVs ins All

Nach 10 Jahren als erfolgreicher Hauptauftragnehmer der ESA ist Airbus nun auf dem Weg zu neuen Horizonten

Toulouse / Bremen, 09/03/2018 – Zehn Jahre als Hauptauftragnehmer der ESA eröffnen für Airbus den Eintritt in die bemannte Raumfahrt: Die erfolgreiche Mission des ersten von Airbus gebauten unbemannten Versorgungsfahrzeugs (Automated Transfer Vehicle – ATV) mit dem Namen „Jules Verne“, das am 9. März 2008 ins All startete, ist zu einem Schlüsselelement zukunftsweisender Technologien für die bemannte Raumfahrt geworden, zu denen neben den ATVs auch das Spacelab und das Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS zählen.

Gemeinsam bereiteten sie den Weg für das europäische Servicemodul (European Service Module – ESM) des NASA-Raumfahrzeugs Orion. Das ebenfalls von Airbus als Hauptauftragnehmer entwickelte ESM ist Europas jüngster Beitrag zur bemannten Raumfahrt.

NASAs Orion-Raumfahrzeug soll Menschen zum Mond und zu weiter entfernten Zielen bringen, etwa zu einem Asteroiden und in den 2030er Jahren womöglich bis zum Mars. Das mit dem Crewmodul verbundene ESM ist für Energieversorgung, Antrieb sowie Thermalkontrolle zuständig und wird Astronauten auf Deep-Space-Missionen mit Wasser und Sauerstoff versorgen.

Zehn Tage nach seinem Start führte der erste hochentwickelte ATV-Raumtransporter ein perfektes automatisches Andockmanöver an die ISS aus. Damals lieferte das ATV nicht nur lebenswichtige Vorräte zur ISS, sondern sorgte auch für die erfolgreiche Bahnanhebung der Raumstation und wurde nach dem Andocken fester Bestandteil der Station. Nachdem es sechs Monate an die ISS angedockt war, löste sich das erste ATV „Jules Verne“ am 5. September 2008 von der Station und trat seine letzte Weltraumreise an, auf der es beim kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 29. September 2008 vollständig verglühte. In den Jahren 2011 bis 2014 wurden vier weitere ATVs zur ISS geschickt. Airbus war als Hauptauftragnehmer der Europäischen Weltraumorganisation ESA für die Entwicklung und den Bau aller ATVs und für die Vorbereitung ihrer ISS-Missionen verantwortlich.

Bis 2015 haben die ATVs insgesamt gut 31,5 Tonnen Fracht zur ISS gebracht. Zudem wurden sie mehrmals für die Bahnanhebung der Raumstation und für Ausweichmanöver zur Vermeidung von Kollisionen mit Weltraumschrott genutzt. Die ATVs demonstrierten die Fähigkeit zum automatischen Andocken an die ISS – eine wichtige Technologie für zukünftige Weltraum-Erkundungsmissionen. Airbus hat diesen Erfolg im Rahmen eines europäischen Partnerschaftsprogramms erzielt und sich durch die herausragende Leistung der ATVs als vollwertiger Partner für die großen Raumfahrtprogramme der NASA qualifiziert.

„Mit Spacelab, Columbus und den ATVs haben wir unsere Fähigkeiten zur Entwicklung eines hochzuverlässigen Systems unter Beweis gestellt, das einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der zukünftigen Erkundungsmissionen der NASA leisten wird: das European Service Module des Orion Multi-Purpose Crew Vehicle“, sagte Nicolas Chamussy, Leiter von Space Systems bei Airbus.

Das ESM ist ein Zylinder mit einer Höhe und einem Durchmesser von etwa vier Metern. Wie das ATV verfügt es über einen vierflügligen Solargenerator (mit 19 Metern Spannweite nach Entfaltung). Die Solargeneratoren basieren auf einsatzerprobter Airbus-Technologie, die sich auch an Bord der hochzuverlässigen geostationären Telekommunikationssatelliten findet, die für eine mindestens 15-jährige Betriebsdauer im All ausgelegt sind.

Die 8,6 Tonnen Treibstoff an Bord des ESM werden ein Haupttriebwerk sowie 32 kleinere Thruster antreiben, die für die Lageregelung und Manöver im Orbit genutzt werden. Auch hier stützt sich die ESA auf die Erfahrungen mit den ATVs, deren Antriebe erfolgreich eingesetzt wurden, um Kollisionen der ISS mit Weltraumschrott zu vermeiden.

„Die Anforderungen an eine Mission zum Mond und eine Reise zur ISS im niedrigen Erdorbit sind natürlich grundverschieden. Doch dank der durchdachten Auslegung des ATV konnten wir das Konzept für neue Missionen weiterentwickeln. Dazu gehört etwa die Integration eines großen Haupttriebwerks, das genügend Leistung für einen Flug zum Mond und zurück bietet“, sagte Nicolas Chamussy.

Die Orion-Kapsel soll 2019 / 2020 erstmals ihre Leistung demonstrieren und zu ihrer ersten unbemannten Mission, „Exploration Mission-1“, starten. Diese wird sie in eine Entfernung von mehr als 64.000 Kilometern über den Mond hinaus führen. Im Jahr 2023 könnte dann die erste bemannte Raumfahrtmission, Exploration Mission-2, vier Astronauten an Bord von Orion ins All bringen.

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Über Airbus

Airbus ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug € 67 Mrd. im Jahr 2017, die Anzahl der Mitarbeiter rund 129.000. Airbus bietet die umfangreichste Verkehrsflugzeugpalette mit 100 bis über 600 Sitzen. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und eines der größten Raumfahrtunternehmen der Welt. Die zivilen und militärischen Hubschrauber von Airbus zeichnen sich durch hohe Effizienz aus und sind weltweit gefragt.

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