Als Lehre aus dem Ukraine-Krieg: Nur glaubwürdige Abschreckung schützt Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine braucht Europa endlich eine abgestimmte, wehrhafte Sicherheitspolitik, meint René Obermann.

Fast über Nacht hat Deutschland jüngst die weitreichendsten Änderungen seiner Außen- und Sicherheitspolitik seit 30 Jahren beschlossen. Kanzler Olaf Scholz kündigte ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für Verteidigung an und will künftig jedes Jahr mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bundeswehr ausgeben. Wenn das so umgesetzt wird, würde Berlin nicht nur eine seit Langem vereinbarte Nato-Verpflichtung erfüllen, sondern überträfe sie sogar.

Diese Veränderungen sind mit einer Geschwindigkeit und Entschlossenheit erfolgt, die selbst erfahrene Sicherheitsexperten verblüfften. Der neue Kurs ist auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass unsere Freiheit konkret bedroht ist. Die Gräueltaten des derzeitigen Kriegs, das Leid und der erbitterte Widerstand der Menschen in der Ukraine haben ein großes Gefühl der Dringlichkeit geschaffen. Plötzlich erreichen die EU-Mitglieder jenen Konsens, den man zuvor oft schmerzhaft vermisst hatte. Das könnte tektonische Verschiebungen zur Folge haben.
In den nächsten Jahren entsteht hoffentlich eine moderne, integriert und effizient geführte europäische Streitkraft. Die könnte einer ebenfalls integrierten Außenpolitik Europas mehr Gewicht geben, weil sie Aggressoren wirksam abschrecken würde. Es ist ermutigend, dass Europa nun endlich an einem Strang zieht – die neue Einigkeit muss aber über die aktuelle Bedrohungslage hinaus Bestand haben. Deshalb müssen wir jetzt eine langfristige Transformation unserer Sicherheitspolitik einleiten.

René Obermann

René Obermann

Nur glaubwürdige Abschreckung schützt
Angesichts der impliziten Drohung des russischen Präsidenten, gegebenenfalls sogar Atomwaffen einzusetzen, schützt letztlich nur glaubwürdige militärische Abschreckung. So schlimm es klingt, aber wir dürfen nicht erpressbar sein durch sein Arsenal der Furchtbarkeit. In Friedenszeiten sehen sich Politikerinnen und Politiker mitunter üblen Angriffen ausgesetzt, wenn sie Strategien verfolgen, die der Gesellschaft kurzfristig Lasten auferlegen, deren Nutzen aber erst langfristig erkennbar ist oder, aufgrund seiner präventiven Natur, gar nicht erst sichtbar wird – außer eben in Gestalt des Friedens, den wir lange für selbstverständlich gehalten haben.

Das gilt auch für die Verteidigungspolitik. Und jetzt, nach der eingeleiteten Zeitenwende? Wir müssen unsere Politikerinnen und Politiker besser schützen und ihre Arbeit stärker unterstützen. Wie sollen sie sonst die Kraft und den Mut für Präventionspolitik aufbringen? Eine solche Politik ist umso dringlicher, als die Welt offenbar in einen Dauerkrisenmodus gerät. Die nächsten Konflikte zeichnen sich schon ab oder laufen bereits im Hintergrund.

Die Bundesregierung hat sich vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs zu einem Paradigmenwechsel entschlossen. Trotz der bedrückenden aktuellen Lage muss es schon jetzt auch darum gehen, sich den drängenden Zukunftsfragen zu stellen: Können wir den Schalter dauerhaft umlegen, um Kriege in Europa durch glaubwürdige Abschreckung künftig abzuwenden? Wie überwinden wir das kurzfristige Denken in Legislaturperioden, wenn es um geopolitische Entwicklungen geht? Gelingt es uns endlich, etwa in Fragen der Rohstoffversorgung, strategische Weitsicht zu entwickeln?

Gute Zusammenarbeit statt endlose Debatten
Diese Fragen stellen sich übrigens auch in Wahlkampfzeiten. Der letzte Bundestagswahlkampf war in puncto strategischer Weitsicht ein Totalausfall. Außenwirtschaftliche Fragen und geopolitische Entwicklungen spielten so gut wie keine Rolle. Immerhin lassen die Reaktionen der vergangenen Wochen hoffen, dass Europa Veränderung kann – und Geschlossenheit. Es liegt an allen EU-Mitgliedstaaten, insbesondere aber an Frankreich und Deutschland, jetzt die notwendigen Veränderungen voranzutreiben und dabei möglichst alle Partner mitzunehmen.

Für eine wehrhafte EU-Außenpolitik brauchen wir gute Zusammenarbeit, aber keine endlosen Debatten und auch nicht zwingend Einstimmigkeit im Europäischen Rat. In Deutschland müssen wir endlich bereit sein, umfassende strukturelle Anpassungen vorzunehmen, etwa im Vergaberecht und dem Beschaffungswesen der Bundeswehr. Im Übrigen ist trotz des Brexits eine enge Zusammenarbeit der EU-Länder mit Großbritannien unverzichtbar, wenn es um die Entwicklung moderner Sicherheitssysteme geht.

Ferner dürfen wir unsere Sicherheitsindustrien nicht länger durch die nationale Brille betrachten. Stattdessen müssen wir gemeinsame Projekte und Anstrengungen zur Sicherung europäischer Souveränität verstärken. Im Vordergrund hat das gemeinsame Ergebnis für Europa zu stehen – die Zeit der partikularen, nationalen Interessenvertretung ist vorbei. Nur so können wir Souveränität bei Schlüsseltechnologien erreichen, die Europas Sicherheit dienen.

Ein Ruck muss durch den alten Kontinent gehen
Es braucht aber nicht nur höhere Verteidigungsetats, damit ein Ruck durch den alten Kontinent geht. Auch die großen Industriepartner der Staaten dies- und jenseits des Rheins müssen Verantwortung übernehmen, wenn wir Zukunftsprojekte wie das gemeinsame europäische Kampfflugzeugsystem realisieren möchten, das unter dem Kürzel FCAS oder Future Combat Air System firmiert. Die Kernunternehmen müssen bereit sein, ihre Expertise zu bündeln – aus Überzeugung für ein souveränes Europa.

Die erforderlichen technologischen Sprünge bei FCAS erreichen wir nicht, wenn wir uns an geradezu kindlich anmutenden nationalen Führungsdebatten zu entzweien drohen. Für Europa steht bei FCAS, das auf der Schwelle zum Eintritt in die Entwicklungsphase steht, viel auf dem Spiel – und zwar nicht nur militärisch. Denn das Programm bietet uns auch die Chance, bei der Cloud-Konsolidierung die Abhängigkeit von nichteuropäischen Anbietern entscheidend zu verringern. So viel kann ich sagen: Airbus, das wie kein zweites Unternehmen auf multinationaler, europäischer Kooperation fußt, ist bereit, hierfür alles in die Waagschale zu werfen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse entbehrt es übrigens nicht einer gewissen Ironie, dass Airbus im vergangenen Jahr um die Aufnahme in den Dax 40 kämpfen musste, nur weil wir europäische Verteidigungstechnologie entwickeln. Unsere Eurofighter beispielsweise bilden derzeit einen Eckpfeiler der Nato-Einsätze in Rumänien, Bulgarien und Polen. Unsere Transportflugzeuge A400M wurden 2021 bei der Evakuierung von Kabul eingesetzt. Auch in diesen Tagen spielen sie eine tragende Rolle.

 

Künftig darf es in Europa keinen Krieg mehr geben
Noch vor Kurzem sollte der Zugang zum Kapitalmarkt für Unternehmen der Verteidigungsindustrie in der EU weiter erschwert werden. Die Entwürfe zur neuen „social taxonomy“ ließen in dieser Beziehung nichts Gutes ahnen. Manche Banken, auch in Deutschland, hatten bereits angekündigt, sie wollten wichtige Unternehmen der Verteidigungsindustrie künftig nicht mehr finanzieren.

Inzwischen ist diese Taxonomie-Debatte erst einmal verstummt. Mal sehen, ob sie später wieder Fahrt aufnimmt. Der Sicherheit Europas würde das jedenfalls nicht dienen. Denn fest steht: Demokratie, Menschenrechte und Freiheit sind nicht gottgegeben, sie müssen leider zunehmend verteidigt werden. Gerade wegen unserer deutschen Vergangenheit haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, dass es künftig in Europa keinen Krieg mehr gibt. Das aber gelingt nur, wenn wir durch glaubwürdige Abschreckung unsere Entschlossenheit zur Verteidigung unter Beweis stellen.
Der Autor: René Obermann ist Vorsitzender des Verwaltungsrats von Airbus und Co-Chef Europa des Private-Equity-Unternehmens Warburg Pincus.

Stand: 15.03.2022

Das A400M-Zentrum in Wunstorf: Drehscheibe für Deutschlands Sicherheit

Wunstorf wird zum Wartungszentrums für das vielseitigste Transportflugzeug der Welt. Denn das Lufttransportgeschwader LTG 62 der Bundeswehr dient als Drehscheibe für die Deutsche A400M-Flotte. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung des A400M für Deutschland und Europa. Denn das Airbus-Transportflugzeug spielt in der europäischen Sicherheitsarchitektur eine führende Rolle.

Der A400M ist ein zentraler Baustein der europäischen Sicherheitsarchitektur. In Nutzlast, Transportvolumen, Geschwindigkeit und Reichweite erreicht das taktische Transportflugzeug eine neue Ebene und steigert die europäischen Fähigkeiten im strategischen Lufttransport.

Darüber hinaus ermöglicht die Multirolefähigkeit des A400M eine flexible Nutzung des Flugzeuges, sei es als Transport- Medevac- oder Tankflugzeug. Das ermöglicht es den Streitkräften in Europa bei auftretenden inner- und außereuropäischen Krisen schnell zu reagieren. Aktuell zeigt sich die unverzichtbare Rolle der A400M bei der Evakuierung von Menschen in Afghanistan.

Drehscheibe in Deutschland

Die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums das Lufttransportgeschwader LTG 62 in Wunstorf als Zentraler Hub zu etablieren wird nun mit der Entscheidung  für ein A400M-Wartungszentrum in Wunstorf weiter gestärkt. In Zukunft werden bis zu 40 Maschinen in Wunstorf stationiert sein. Im nun entstehenden Wartungszentrum in Niedersachsen können  zukünftig acht sogenannte C-Checks pro Jahr durchgeführt werden. Jeder der A400M geht dabei alle vier Jahre für drei Monate in die detaillierte Inspektion der Flugzeugstruktur und der Systeme. Die örtliche Nähe von Geschwader und Wartungszentrum wird für einen effizienten Betrieb der Flotte sorgen. So entwickelt sich das dortige Lufttransportgeschwader LTG 62 zur Drehscheibe für Transportflüge der Bundeswehr. Das stärkt die Luftwaffe in Deutschland.

A400M

Technologie aus Deutschland für die Sicherheit Europas

Der A400M verdoppelt die Nutzlast und Reichweite verglichen mit Vorgängermodellen und stellt so einen Quantensprung im taktischen Lufttransport dar. Die Möglichkeit der Luftbetankung erhöht die Reichweite zudem noch weiter, mit Umrüstsatz wird der Transporter seinerseits zum Tankflugzeug. Zentrale Teile des Flugzeuges stammen aus deutscher Produktion, so kommt der Rumpf aus Bremen, das Seitenleitwerk aus Stade und das Triebwerk wird in München endmontiert. Das sichert tausende Arbeitsplätze in Deutschland und trägt maßgeblich zur Sicherheit in Deutschland und Europa bei.

 

Aktuell im Dauereinsatz für Deutschland und Europa

Der A400M stellt für viele europäische Länder eine unverzichtbare Rolle bei der Evakuierung von Menschen aus Afghanistan dar. Das Flugzeug ist entsprechend ausgerüstet, um trotz schwerer Nutzlast auf kurzen unbefestigten Landebahnen, unbefestigten Landebahnen im Einsatzgebiet oder in der Nähe zu einem Naturkatastrophengebiet zu landen. Das vielseitigste Transportflugzeug der Welt ermöglicht so schnelle Einsätze in schwierigen Gebieten. Gerade im Falle einer zeitnahen Evakuierung von Menschen aus Krisengebieten ist der A400M konkurrenzlos. Während der jüngsten Krise in Afghanistan hat das Flugzeug dies einmal mehr bestätigt. Das neue Wartungszentrum in Wunstorf wird den Standort Deutschland stärken und unterstreicht die Bedeutung des A400M für Europa.


Stand: Sept 2021

Hochwasserkatastrophe: Airbus unterstützt mit Hilfe aus der Luft

Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat verheerende Folgen. Die deutsche Bundeswehr hat in der Krisenbekämpfung eine Schlüsselrolle eingenommen und dabei auf Hochtechnologie aus Deutschland zurückgegriffen. Spezielle Fluggeräte sorgten für eine schnelle Krisenanalyse, das unmittelbare Erreichen der Betroffenen und für eine erste medizinische Versorgung vor Ort.

Der Sommer 2021 wurde durch extremen Dauerregen und Hochwasser überschattet. Dabei hat die Hochwasserkatastrophe die Bedeutung einer effektiven Luftrettung unter Beweis gestellt. Im unmittelbaren Krisen-Einsatz der Luftwaffe und privater Erstversorger kamen spezielle Hubschrauber und Flugzeuge zum Einsatz. So konnte direkt auf die besonderen Herausforderungen reagiert und Leben geschützt werden.

Daten aus der Luft retten Leben

Aufklärungsflugzeuge halfen bei einer genauen Übersicht der Katastrophenlage. So ist die Bundeswehr mit einer speziellen A319 als Überwachungsflugzeug im Nachgang über die betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geflogen. Das Open-Skies-Beobachtungsflugzeug kann die Mindestflughöhe von 1500 Metern unterschreiten und so substantiell zur Lageerkennung beitragen. Mit hochsensiblen Kameras an Bord wurde so eine Lageverdichtung möglich. Die dann gesammelten Daten wurden im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr ausgewertet und ermöglichten eine zielgerichtete Krisenantwort.

Zahlreiche Staats- und Bundesstraßen im Großraum Euskirchen waren so zerstört, dass das Gebiet kaum zugänglich war. Um das genaue Ausmaß der Zerstörung zu erfassen, setzt die nordrhein-westfälische Straßenbaubehörde (kurz Straßen.NRW) auf Hilfe aus der Luft. Und Airbus konnte diese bereitstellen: das fernsteuerbare und batteriebetriebene Altair Luftschiff lieferte mit seinen präzisen optischen Sensoren exakte Daten und Fotos, und lässt Gesichter und Nummernschilder dabei unkenntlich.

 

 

Airbus unterstützt mit Hilfe aus der Luft

The strategic use of specialised aircraft and helicopters supports disaster response.

Mit Helikoptern Leben schützen

Zur Erreichung der zerstörten Dörfer setzte die Bundeswehr spezielle Helikopter ein. Der H145M flog Hilfsgüter in schwer erreichbare Gebiete und sicherte die unmittelbare Versorgung. Zudem flogen Hubschrauber Menschen aus Gebieten aus, die für Hilfskräfte am Boden noch nicht oder kaum erreichbar waren oder in denen sich die Gefahrenlage durch drohende Dammbrüche zuspitzte. Der Vorteil: der H145M benötigt wenig Platz zum Landen und verfügt über eine Winde zur Personenbergung. Mit der H145M wurden zudem Lebensmittel und Trinkwasserflaschen in die von den Überschwemmungen besonders schwer betroffenen Gemeinden geliefert.

Medizinische Erstversorgung im Hubschrauber

Der hochseetaugliche Airbus H155 spielte eine zentrale Rolle in der medizinischen Erstversorgung. Der Helikopter kann ohne medizinische Inneneinrichtung und Trage bis zu vier Passagiere transportieren, hat ansonsten Platz für einen Notfallpatienten. Für den Katastropheneinsatz wurden Notfallsanitäter abgeseilt und betroffene Patienten direkt in die Luft gezogen. 

Gemeinsam haben diese Fluggeräte zur schnellen und effektiven Katastrophen-Rettung beigetragen. Das unterstreicht die Bedeutung der Luftfahrt für den Einsatz im Notfall. Gerade im Hinblick auf zukünftige Katastrophenfälle kommt einer effektiven Luftfahrt eine große Bedeutung zu.

Stand: Aug 2021

Eurodrohne ist zentrale Säule der europäischen Sicherheit

Europa muss sich verteidigen können. Um auch zukünftig die Sicherheit des Kontinents zu garantieren, ist die Technologiehoheit in der Luft unabkömmlich. Die Eurodrohne spielt dabei eine zentrale Rolle. 

Die Anforderungen an die europäische Verteidigungspolitik wandeln sich und neue geopolitische Herausforderungen verlangen nach neuen Technologien. Fortschrittliche und innovative Konzepte wie Drohnen sind für eine moderne Sicherheitspolitik unerlässlich. Unbemannte Fluggeräte können Streitkräfte aus der Luft unterstützen und so die Sicherheit am Boden maßgeblich erhöhen. 

Die Eurodrohne als innovatives Pionierprojekt

Die Eurodrohne, auch European MALE RPAS genannt, leistet in mittlerer Flughöhe über einen langen Zeitraum im Zielgebiet Echtzeit-Aufklärung. Als ferngelenktes Luftfahrzeug in mittlerer Höhe und mit langandauernder Flugdauer ist die Eurodrohne prädestiniert für Aufklärung, Überwachung und Schutz der Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzräumen. Ab 2028 wird die Auslieferung beginnen und so die europäische Verteidigung stärken.

Über Grenzen hinweg kooperieren

Die Eurodrohne hat das Potential zum europäischen Leuchtturmprojekt. Die Drohnentechnologie ist ein Schlüsselelement der europäischen Verteidigungspolitik, daher besteht die Notwendigkeit der Entwicklung eines europäischen Musters. Als kontinentales Gemeinschaftsprogramm wird das Fluggerät zusammen mit den europäischen Partnernationen Frankreich, Italien und Spanien entwickelt und umgesetzt. Dadurch verfügt Europa selbst über die anspruchsvolle Technologie und das Knowhow in der Produktion. Kritische Bauteile des europäischen Systems selbst entwickeln und bauen zu können – und damit auch deren Verwendung zu kontrollieren, ist für die beteiligten Staaten von essentieller Bedeutung.

 

The Eurodrone plays a key role in the future European defence architecture.

    Die Eurodrohne spielt in der zukünftigen europäischen Verteidigungsarchitektur eine Schlüsselrolle.

Autonomie in der Luft und digital

Die Eurodrohne ermöglicht eine Stärkung der europäischen Datenhoheit. Dank des Einsatzes europäischer Technologie könnten zukünftig Informationen unabhängig von anderen Staaten gesammelt und analysiert werden. Dies stärkt die Qualität der Aufklärung und sichert einen unabhängigen europäischen Zugang zu zentralen Informationen für die Verteidigung.

Europa muss sich verteidigen können

In Zeiten globaler Herausforderungen sind die einzelnen EU-Mitgliedstaaten kaum in der Lage, sich allen geopolitischen Entwicklungen zu stellen. Als Teil der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) kann die Eurodrohne zudem die weitere Integration der europäischen Verteidigung beschleunigen. Das stärkt Europas Fähigkeit, sich mit eigenen Mitteln selbst verteidigen zu können.

Politische Unterstützung unerlässlich

Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt im März über eine entsprechende Gesetzesvorlage ab. Der deutschen Bundeswehr kommt als Hauptabnehmer der Technologie eine bedeutende Rolle zu. 

Stand: Feb 2021

Startschuss für FCAS-Demonstrator

Mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrags für die erste Demonstratorphase hat das bedeutendste sicherheitspolitische Projekt Europas eine wichtige Hürde genommen. FCAS stärkt Europas Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.

Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands haben im Februar den Rahmenvertrag für die Demonstratorphase 1A des Future Combat Air System (FCAS) unterzeichnet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und markiert den Einstieg in eine Technologieentwicklung, die bis 2026 zu flugfähigen Demonstratoren führen wird.

In der aktuellen geopolitischen Lage ist FCAS von herausragender strategischer Bedeutung. . Denn um Europas Freiheit, Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Wohlstand zu bewahren, müssen heute die Weichen gestellt werden. Europa muss nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch und militärisch stark genug sein; nur so können wir die Souveränität Europas langfristig gewährleisten. FCAS trägt dazu bei.

System-of-Systems

FCAS ist weit mehr als „nur“ ein Flugzeug. Das Projekt umfasst die Entwicklung von vier Programmbereichen, die für Europas Sicherheit essentiell sind: Ein neues Kampfflugzeugs der nächsten Generation, unbemannte Komponenten, sogenannte Remote Carriers, ein neues Triebwerk sowie eine Combat Cloud, die ein umfassendes Lagebild allen an einer Mission beteiligten Akteuren in Echtzeit zur Verfügung stellt. Die Kombination dieser vier Bausteine macht einen Einsatz im Verbund möglich und schafft somit ein umfassendes „System-of-Systems“.

FCAS-Infographic-2019

                FCAS stellt Europas Souveränität für die kommenden Jahrzehnte sicher.

Vorteile greifen auf gesamte Industrie über

FCAS stellt nicht nur einen Meilenstein in der militärischen Luftfahrt dar. Die zu erwartenden Technologiesprünge werden auch zu positiven Effekten für die zivile Luft- und Raumfahrtindustrie und darüber hinaus führen. FCAS stärkt die europäische Industrie nachhaltig in der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich des Mittelstands. Es ist ein maßgebliches Zukunftsprojekt der europäischen Industrie, an dem bereits jetzt über 100 deutsche Unternehmen Interesse bekundet haben. 

Europas Souveränität sichern

Der Beitritt Spaniens war ein wichtiger Schritt in Richtung einer weiteren Europäisierung von FCAS. . FCAS ist ein Grundpfeiler der europäischen Sicherheitspolitik und stellt sicher, dass der Kontinent auch in Zukunft seine Souveränität ausrechterhalten kann – industriell, technologisch, strategisch!  

Stand: Feb 2020

Future Air Power

Willkommen im Airbus Hub@Berlin

Über uns

Public Affairs Berlin

Unsere Themen

Public Affairs Berlin