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Klima und Umweltschutz

Treibstoffablass: international anerkanntes Standardverfahren für Notfälle

Zuletzt häuften sich Meldungen, Flugzeuge würden gelegentlich vor der Landung Kerosin ablassen. Einen solchen Ablass von Treibstoff im regulären Flugbetrieb gibt es nicht.

Kerosinablass ist ausschließlich ein für die Sicherheit im Flugverkehr notwendiges und international anerkanntes Standardverfahren, das nur in seltenen Notfällen zum Einsatz kommt. Zwischen 2010 und 2017 passierte dies dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zufolge pro Jahr im Schnitt nur 21 Mal - es ist also extrem selten.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahme kann sich aus der Tatsache ergeben, dass das Abfluggewicht bei großen Passagiermaschinen je nach getankter Kraftstoffmenge über dem maximal zulässigen Landegewicht liegen kann. Ist dieser Unterschied zwischen maximaler Abflugmasse und höchstzulässigem Landegewicht besonders groß, müssen Flugzeuge aus Sicherheitsgründen Treibstoff ablassen können. Deshalb verfügen auch nur  Langstreckenflugzeuge, wie die A350 oder A380, über eine Vorrichtung zum Kerosinablass. Bei kleineren Flugzeugen, wie der A320-Familie, ist dies aufgrund des geringeren Gewichts nicht notwendig. Die Flugzeughersteller orientieren sich bei der Auslegung dieser Systeme streng an den Vorgaben der Zulassungsbehörden, wie der EASA in Europa.

Mit dem Ablass wird sichergestellt, dass ein Flugzeug z.B. bei einem medizinischen Notfall, bei dem jede Sekunde zählt, sicher landen kann.  Bei der Landeentscheidung spielen darüber hinaus auch Faktoren eine Rolle, wie unter anderem die Flugzeugkonstruktion, die Landebahnlänge und die aktuelle Wetterlage. Grundsätzlich gilt: Kein Flugzeugbetreiber hat ein Interesse daran, grundlos und ohne Notlage wertvollen Treibstoff abzulassen. Eine solche Maßnahme wäre auch nicht wirtschaftlich.

Die Durchführung einer solchen Notfallmaßnahme findet in Absprache mit der verantwortlichen Flugverkehrskontrollstelle, wie der Deutschen Flugsicherung (DFS), statt – und auch nur in einer Mindestflughöhe in einem Luftraum mit geringer Luftverkehrsdichte über unbewohntem Gebiet. Zudem ist die Menge des abgelassenen Kerosins streng limitiert.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bdl.aero/de/veroffentlichungen/luftfahrt-aktuell/luftfahrt-aktuell-15/#

 

Stand: Sept 2018

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