Lateinamerikanische Airlines benötigen mehr als 2.300 neue Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren

Intraregionale Streckenentwicklung eröffnet großes Wachstumspotenzial für die Region

15 November 2013 Press Release

Airbus geht in seiner jüngsten globalen Marktprognose (Global Market Forecast, GMF) davon aus, dass lateinamerikanische Airlines im Zeitraum von 2013 bis 2032 etwa 2.307 neue Flugzeuge benötigen werden. Von diesen neuen Flugzeugen entfallen 1.794 auf Flugzeuge mit nur einem Mittelgang (Single-Aisle-Jets), 475 auf Großraumflugzeuge (Twin-Aisle-Jets) und 38 auf Supergroßraumflugzeuge (VLA). Der Wert dieser Flugzeuge beläuft sich auf rund 292 Milliarden US-Dollar. Weltweit werden bis 2032 rund 29.230 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von knapp 4,4 Billionen US-Dollar zur Deckung der anhaltend hohen Marktnachfrage benötigt.

Die Wachstumsrate des BIP in dieser Region lag in den letzten zwei Jahren mit jährlich 3,6 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 2,6 Prozent. Zudem deuten die sozioökonomischen Indikatoren darauf hin, dass Lateinamerikas wachsende Mittelschicht bis 2032 mehr als die Hälfte der Bevölkerung bilden wird. Im Zeitraum zwischen 2012 und 2020 wird das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika voraussichtlich über dem weltweiten Durchschnitt liegen, was hauptsächlich auf die Verbraucherausgaben in Mexiko und Brasilien zurückzuführen ist. Damit dürfte auch das Verkehrsaufkommen in Lateinamerika in den nächsten 20 Jahren um jährlich 5,2 Prozent wachsen, also deutlich stärker als der weltweite Durchschnitt von 4,7 Prozent.  

Die wachsende Mittelschicht sowie höhere Verbraucherausgaben haben dazu geführt, dass Flugreisen in den letzten zehn Jahren für immer mehr Menschen in ganz Lateinamerika erschwinglich geworden sind und die Zahl der angeflogenen Städte um 14 Prozent gestiegen ist. Dennoch bieten bisher nur 40 Prozent der 20 wichtigsten lateinamerikanischen Städte täglich mindestens eine Passagierverbindung an – im Vergleich dazu liegt der Prozentsatz in den 20 größten Städten Nordamerikas und Europas bei fast 100 Prozent. Daher wird in den nächsten 20 Jahren für den intraregionalen und inländischen Verkehr eine beachtliche Wachstumsrate  von 6,3 Prozent erwartet, womit die Region für lateinamerikanische Betreiber zum größten Markt werden dürfte.

Dieses noch weitgehend unerschlossene Potenzial innerhalb der Region erklärt zum Teil, weshalb Airbus in seiner Prognose davon ausgeht, dass in den nächsten 20 Jahren zwei Drittel der Bevölkerung in den aufstrebenden Märkten einmal jährlich fliegen und lateinamerikanische Fluggesellschaften die zweithöchsten Wachstumsraten im weltweiten Luftverkehr nach den Airlines im Nahen Osten verzeichnen werden.

Da sich zehn der 92 Megastädte des weltweiten Luftverkehrs mit täglich mehr als 10.000 internationalen Passagieren bis 2032 in Lateinamerika befinden werden, eröffnen sich weitere attraktive Möglichkeiten für lateinamerikanische Airlines. Derzeit halten die sechs größten Fluggesellschaften Lateinamerikas im Langstreckenverkehr der Region einen Marktanteil von 19 Prozent, während der Anteil von Nordamerika und Europa bei knapp 40 Prozent liegt.

„Supergroßraumflugzeuge wie die A380 tragen nicht nur dazu bei, das wachsende Verkehrsaufkommen auf stark frequentierten Flughäfen zu bewältigen, sondern sie können die lateinamerikanischen Fluggesellschaften auch im Wettbewerb mit ihren ausländischen Konkurrenten unterstützen“, sagte Rafael Alonso, Executive Vice President von Airbus für Lateinamerika und die Karibik. „Zugleich entspricht die A380 den internationalen Luftverkehrsanforderungen für Langstreckenflüge nach Europa.“

Ein weiterer Trend in Lateinamerika ist die steigende Anzahl von Low-Cost-Airlines, deren Marktanteil im gesamten Luftverkehr der Region von nur 12 Prozent im Jahr 2003 auf mittlerweile knapp 40 Prozent gestiegen ist – wobei Mexiko und Brasilien fast den gesamten Low-Cost-Markt für sich beanspruchen. Durch den wettbewerbsintensiven Low-Cost-Markt sind Airlines stets auf der Suche nach den effizientesten Flugzeugen, die auf dem Markt erhältlich sind. Dadurch liegt das Durchschnittsalter bei der im Einsatz befindlichen Flotte  in Lateinamerika bei 9,5 Jahren und ist somit seit 2000 um 42 Prozent gesunken – im Vergleich dazu liegt das Durchschnittsalter der Flugzeuge weltweit bei 10,7 Jahren.

Viele lateinamerikanische Airlines haben bereits große Anstrengungen unternommen, um eine junge und hoch effiziente Flotte zu betreiben. Das Durchschnittsalter der Flugzeuge in Lateinamerika könnte noch weiter sinken, sobald Betreiber in der Karibik mit der Flottenerneuerung beginnen.

„Die Flugzeuge in der Karibik sind im Durchschnitt etwa 17 Jahre alt, also mehr als sieben Jahre älter als die Flugzeuge in Lateinamerika und im weltweiten Durchschnitt“, sagte Rafael Alonso. „Einige Airlines in der Karibik haben schon begonnen, die aktuellen Marktchancen zu nutzen und mit Flugzeugen der neueren Generation Vorteile für den Flugbetrieb zu erzielen. Wenn sich weitere Airlines zu diesem Schritt entschließen, wird das Durchschnittsalter der Flugzeuge in der Region weiter sinken.“

Airbus hat in ganz Lateinamerika und der Karibik bisher über 800 Flugzeuge verkauft und verzeichnet noch knapp 400 auszuliefernde Bestellungen für diese Region, in der gegenwärtig mehr als 500 Airbus-Flugzeuge fliegen. In den letzten zehn Jahren hat Airbus seine im Einsatz befindliche Flotte in der Region verdreifacht und über 60 Prozent aller dort betriebenen Flugzeuge ausgeliefert. 

Die GMF ist erstmals als Applikation für Android- und Apple-Geräte verfügbar. Der Bericht ist auch im Internet abrufbar unter www.airbus.com 

Hinweise für Redakteure:

Die Airbus-Marktprognose (Global Market Forecast) analysiert detailliert weltweite Entwicklungen im Luftverkehr. 208 gesonderte Passagier- und 130 Frachtverkehrsströme werden dabei berücksichtigt. Ein weiterer Analyseschwerpunkt ist die jährliche Flottenentwicklung bei den weltweit größten Flugzeugbetreibern. Hier untersucht Airbus, wie sich die Flotten von fast 800 Passagier-Airlines und 200 Frachtbetreibern in den nächsten 20 Jahren verändern werden. Die Prognose erfasst so die Nachfragesituation auf regionalen Märkten bis hin zur Nachfrage nach dem derzeit größten Flugzeug überhaupt, der A380.