Airbus und TAROM bauen erste Wertschöpfungskette für Biokraftstoff in Europa auf

Airbus und TAROM bauen erste Wertschöpfungskette für Biokraftstoff in Europa auf

Projekt zielt auf Kommerzialisierung von Biokraftstoffen auf Camelina-Basis

21 March 2011 Press Release

Airbus und die rumänische Fluggesellschaft TAROM haben in Zusammenarbeit mit einem Konsortium wichtiger Stakeholder eines der ersten Projekte in Europa gegründet, das auf den Aufbau nachhaltiger Produktions- und Verarbeitungskapazitäten für Biokerosin ausgerichtet ist. Das in Rumänien durchgeführte Projekt hat zum Ziel, einen Biokraftstoff aus dem Öl der Camelina-Pflanze (Leindotter) herzustellen und als regenerative, nachhaltige Alternative zu fossilem Flugbenzin bereitzustellen. Das Projekt wird von einer Nichtregierungsorganisation (NRO) in Rumänien betreut, während Airbus den Aufbau der rumänischen Wertschöpfungskette für eine lokale Biokerosin-Lösung federführend vorantreiben wird.

Sobald die Machbarkeitsstudien zur landwirtschaftlichen, technischen und aeronautischen Entwicklung und Nachhaltigkeitsbewertung abgeschlossen sind, ist eine Bewertung der vorhandenen Raffinerieanlagen vorgesehen. Sie soll Aufschluss über die rumänischen Produktionskapazitäten geben. Camelina gilt als bevorzugter Rohstoff, weil die Pflanze sehr energiereich ist, wenig Wasser benötigt, günstige Fruchtfolgeeigenschaften hat und das Potenzial zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen besitzt. Außerdem gehört Camelina in Rumänien zu den heimischen Ölpflanzen und kann von landwirtschaftlichen Familienbetrieben leicht angebaut und geerntet werden. Camelina ist auch ein hochwertiges Nebenprodukt in der Tiernahrung.

„Dies ist das erste Wertschöpfungsprojekt in Europa, das landwirtschaftliche Erzeuger, Ölraffinerien und eine Airline zusammenbringt, um die kommerzielle Produktion nachhaltiger Biokraftstoffe voranzutreiben“, sagte Paul Nash, Leiter des Bereichs ‚Neue Energien‘ bei Airbus. „Die Camelina-Wertschöpfungskette in Rumänien wird uns dabei helfen, die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Biokerosin-Produktion weiter zu verifizieren.“

Airbus wird die Zulassungsverfahren für den Kraftstoff unterstützen und die Führungsrolle bei der Bewertung der Auswirkungen auf die Flugzeugsysteme und -triebwerke übernehmen. Das Konsortium wird mit der Landwirtschaftlichen und Veterinärmedizinischen Universität in Bukarest (BIOTEHGEN) in der nachhaltigen Agrarphase des Projekts auf dem Gebiet der Anpflanzung von Camelina, Ernte und Ölgewinnung zusammenarbeiten.

TAROM leitet das Konsortium, dem auch das Honeywell-Unternehmen UOP, CCE (Camelina Company España) und Airbus angehören. Das Honeywell-Unternehmen UOP bringt seine Raffinerietechnik für Biokerosin in das Projekt ein. CCE steuert agrarwissenschaftliche Kompetenzen auf dem Gebiet des Camelina-Anbaus sowie Technologien für das Pflanzenwachstum, landwirtschaftliche Überwachungsnetze und pflanzenkundliches Fachwissen bei. Airbus stellt technisches Know-how und Projektmanagementkompetenzen zur Verfügung und unterstützt die Studien für die Nachhaltigkeitsbewertung und Lebenszyklusanalyse.

Hinweise für Redakteure:

1. Im Rahmen dieses Projekts werden verschiedene Biomassequellen als Rohstoff genutzt, wobei das besondere Interesse der Camelina-Pflanze gilt. CCE und BIOTEHGEN führen diverse Camelina-Anbautests an verschiedenen Standorten in Rumänien durch, um die Nachhaltigkeit verschiedener Produktionsmodelle und Bodenarten zu bewerten. Die Anbautests werden auch auf kontaminierten Böden und unbewirtschaftetem Land durchgeführt. Ziel ist es, die besten Techniken und genetischen Materialien zu ermitteln.

2. In einer Nachhaltigkeitsanalyse soll dann die Wirtschaftlichkeit der rumänischen Camelina-Wertschöpfungskette nachgewiesen werden.

3. Airbus unterstützt alle branchenweiten Anstrengungen zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Die Zulassung von Biokerosin durch die US-Organisation ASTM wird in Kürze erwartet. Nach erfolgter Zulassung kann herkömmlichem Flugbenzin bis zu 50 Prozent Biokerosin auf kommerziellen Flügen beigemischt werden.