Airbus, Boeing und Embraer arbeiten bei der Kommerzialisierung von Biokraftstoffen für die Luftfahrt zusammen

Schnellere Verfügbarkeit ist von zentraler Bedeutung für die nachhaltige Wachstumsstrategie der Branche

22 March 2012 Press Release

EADS/Airbus, Boeing und Embraer haben heute eine Grundsatzvereinbarung (MoU) über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von erschwinglichen „Drop-in“-Biokraftstoffen für die Luftfahrt unterzeichnet. Die drei führenden Flugzeughersteller wollen gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um mit einer Stimme bei Regierungen, Biokraftstoffproduzenten und anderen wichtigen Akteuren zu sprechen. Dadurch soll die Verfügbarkeit nachhaltiger neuer Quellen für Flugbenzin unterstützt, gefördert und vorangetrieben werden.

Tom Enders, President und CEO von Airbus, Jim Albaugh, President und CEO von Boeing Commercial Airplanes, und Paulo César Silva, President von Embraer Commercial Aviation, unterzeichnten die Vereinbarung auf dem Luftfahrt- und Umweltgipfel der Air Transport Action Group (ATAG) in Genf.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren bei der Reduzierung der CO2-Emissionen unserer Branche viel erreicht. Das Verkehrsaufkommen ist um rund 45 Prozent gestiegen, der Kraftstoffverbrauch aber nur um drei Prozent“, sagte Tom Enders. „Die Produktion und Nutzung nachhaltiger Mengen von Luftfahrt-Biokraftstoffen spielt eine ganz wesentliche Rolle, damit wir die ehrgeizigen Ziele unserer Branche zur Reduzierung der CO2-Emissionen erreichen können. Dazu tragen wir auf verschiedene Weise bei: durch unsere Forschung und Technologie, durch den Ausbau unseres Netzwerks weltweiter Wertschöpfungsketten und durch die Unterstützung der EU-Kommission in ihren Bemühungen, den Anteil von Biokraftstoffen für die Luftfahrt bis 2020 auf 4 Prozent zu erhöhen.“

„Innovation, Technologie und Wettbewerb tragen dazu bei, dass unsere Produkte immer leistungsfähiger werden,“ sagte Jim Albaugh. „Unsere gemeinsame Vision ist es, die Umweltauswirkungen der Luftfahrt zu mindern. Wenn wir bei der Entwicklung nachhaltiger Biokraftstoffe an einem Strang ziehen, können wir ihre Verfügbarkeit beschleunigen und für unseren gemeinsamen Planeten das Richtige tun.“

„Wir wollen gemeinsam eine Führungsrolle bei Technologieprogrammen übernehmen, die die Entwicklung von Luftfahrt-Biokraftstoffen vorantreiben und deren Einsatz schneller ermöglichen werden, als wenn wir unabhängig voneinander auf dieses Ziel hinarbeiten würden,“ sagte Paulo César Silva, President von Embraer Commercial Aviation. „Nur wenige Menschen wissen, dass das allseits bekannte Biokraftstoffprogramm für Kraftfahrzeuge in Brasilien auf unsere Luftfahrtforschung in den 70er Jahren zurückgeht. Wir werden auch weiter Geschichte schreiben.“

Die Kooperationsvereinbarung unterstützt die breit angelegten Bemühungen der Luftfahrtbranche um die Senkung ihrer Kohlendioxidemissionen. Kontinuierliche Innovationen aufgrund der Wettbewerbsdynamik, die jeden Hersteller zur ständigen Verbesserung der Produktleistungen zwingt, sowie Modernisierungen im Luftverkehr sind weitere wichtige Elemente auf dem Weg zur Erzielung eines kohlenstoffneutralen Wachstums nach 2020 und zur Halbierung der Emissionen des Luftfahrtsektors bis 2050 gegenüber 2005.

„Dass drei führende Luftfahrtunternehmen trotz ihrer Wettbewerbsdifferenzen ihre Kräfte bündeln und sich auf eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Biokraftstoffen verständigen, unterstreicht den Stellenwert, den die Branche nachhaltigen Praktiken zuerkennt,“ sagte ATAG Executive Director Paul Steele. „Solche breit angelegten Kooperationsvereinbarungen sind ein klarer Beleg, dass die Luftfahrtbranche alles dafür tut, um messbare Reduktionen der CO2-Emissionen zu erzielen und weiterhin weltweit hohen wirtschaftlichen und sozialen Nutzen zu schaffen.“

Alle drei Unternehmen sind Mitglieder der Sustainable Aviation Fuel Users Group (www.safug.org). Der SAFUG gehören 23 führende Airlines an, auf die zusammen etwa 25 Prozent der jährlich verbrauchten Flugkraftstoffe entfallen.

Die Wertschöpfungsketten bringen landwirtschaftliche Erzeuger, Raffinerien, Fluggesellschaften und Gesetzgeber zusammen, um die Kommerzialisierung nachhaltiger Biokraftstoffe voranzutreiben. Bisher wurden Airbus-Wertschöpfungsketten in Brasilien, Qatar, Rumänien, Spanien und Australien aufgebaut. Ziel ist es, auf jedem Kontinent eine Wertschöpfungskette aufzubauen. Für die Luftfahrt gibt es nur wenige Alternativen zu Biokraftstoffen. Daher vertritt Airbus die Auffassung, dass eine Priorisierung der Energiearten nach Verkehrsträgern erfolgen sollte.

EADS Innovation Works leitet die Biokraftstoffforschung der EADS-Gruppe. Die Grundsatzvereinbarung umfasst die Entwicklung offener Branchenstandards und Methoden zur Beurteilung von Energie- und Kohlenstoff-Lebenszyklen.

Airbus, Boeing und Embraer tragen weltweit zum Aufbau regionaler Versorgungsketten bei. Alle drei Hersteller haben bereits Flüge mit Biokraftstoff unterstützt, seit die Normungsorganisationen für Flugkraftstoffe grünes Licht für ihren kommerziellen Einsatz im Jahr 2011 gegeben haben.