Airbus sieht Bedarf von über 27.800 Flugzeugen in den nächsten 20 Jahren

Airbus sieht Bedarf von über 27.800 Flugzeugen in den nächsten 20 Jahren

Anhaltender Trend zu größeren, ökoeffizienten Flugzeugen

19 September 2011 Press Release

Inmitten der aktuellen Finanzmarkt-Turbulenzen erwartet Airbus eine weiterhin starke Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen. Der Flugzeughersteller geht in seiner jüngsten globalen Marktprognose (Global Market Forecast, GMF) davon aus, dass zur Deckung der anhaltend hohen Nachfrage bis 2030 insgesamt mehr als 27.800 neue Flugzeuge benötigt werden. Der Wert der mehr als 26.900 Passagierflugzeuge in der Kategorie ab 100 Sitzen und der mehr als 900 neuen Frachtflugzeuge wird auf 3,5 Billionen US Dollar beziffert.

Ausgehend von den heute rund 15.000 Flugzeugen wird die Verkehrsflugzeugflotte bis 2030 weltweit auf 31.500 anwachsen und sich damit mehr als verdoppeln. Darin eingerechnet sind rund 27.800 Flugzeug-Neuauslieferungen, von denen 10.500 ältere und weniger sparsame Flugzeuge ersetzen. Um mit der künftig steigenden Nachfrage im Luftverkehr Schritt zu halten, wird sich der Trend zu größeren Flugzeugen weiter fortsetzen.

Die Zahl der Menschen, die fliegen wollen oder müssen, wird weiter zunehmen. Der Prognose zufolge wird der Luftfahrtsektor dabei zyklische Effekte über die nächsten 20 Jahre auch weiterhin abfedern. Airbus geht davon aus, dass die verkauften Sitzplatzkilometer (RPK) pro Jahr um durchschnittlich 4,8 Prozent ansteigen werden. Damit wird sich der Luftverkehr in den nächsten 20 Jahren mehr als verdoppeln.

Maßgebliche Faktoren für die Nachfrage nach neuen Flugzeugen sind das Bevölkerungswachstum bei steigendem Wohlstand, das dynamische Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften, das anhaltend hohe Wachstum in den nordamerikanischen und europäischen Märkten, die zunehmende Urbanisierung und die Zahl der Megastädte, die sich bis 2030 mehr als verdoppeln wird. Weitere Faktoren sind die ungebrochene Expansion der Niedrigpreisfluggesellschaften und der Ersatz älterer und weniger effizienter Flugzeuge durch neue, ökoeffiziente Modelle in etablierten Märkten.

Die stärkste Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen wird in den nächsten 20 Jahren im asiatisch-pazifischen Raum mit etwa 34 Prozent erwartet, während auf Europa und Nordamerika jeweils 22 Prozent der Gesamtnachfrage entfallen. Den größten Luftverkehrsmarkt im Passagierverkehr wird der asiatisch-pazifische Raum mit einem Anteil von 33 Prozent stellen, gefolgt von Europa (23 Prozent) und Nordamerika (20 Prozent).

Im Inlandsverkehr werden Indien mit 9,8 Prozent und China mit 7,2 Prozent in den kommenden 20 Jahren die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Auch etablierte Luftfahrtmärkte wie die Inlandstrecken in den USA mit 11,1 Prozent und in Westeuropa mit 7,5 Prozent werden weiter wachsen und damit den größten bzw. drittgrößten Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen im Jahr 2030 aufweisen.

„Der Luftfahrtsektor ist ein unerlässlicher Bestandteil der heutigen Weltwirtschaft. Deswegen wollen oder müssen so viele Menschen wie nie zuvor fliegen“, sagte John Leahy, Chief Operating Officer Customers von Airbus. „Airbus bringt die neuesten Innovationen und ökoeffiziente Produkte auf den Markt, die die Anforderungen der Airlines und die Erwartungen der Passagiere heute wie auch in den kommenden Jahren erfüllen.“

Bis 2030 werden 60 Prozent der Weltbevölkerung bzw. rund 5 Milliarden Menschen in urbanisierten Regionen leben. Die Zahl der Megastädte wird sich von heute 39 auf mehr als 87 verdoppelt haben. Den Prognosen zufolge werden über 90 Prozent der Fernreisenden zwischen diesen Megastädten als Verkehrsmittel das Flugzeug wählen.

Der Bedarf an Supergroßraumflugzeugen (Very Large Aircraft oder VLA) wie der A380 für mehr als 400 Passagiere wird mit 1.781 etwas höher als in der Vorjahresprognose (1.738 Flugzeuge) angesetzt und wertmäßig auf 600 Mrd. US-Dollar beziffert. Dies entspricht einem Anteil von 17 Prozent am Gesamtwert bzw. einem Anteil von sechs Prozent nach Stückzahlen. Fast 1.330 davon sind Passagierflugzeuge, die benötigt werden, um das hohe Verkehrsaufkommen zwischen den Megastädten der Welt zu bewältigen. Etwa 45 Prozent aller Supergroßraumflugzeuge werden nach Asien, 19 Prozent nach Europa und 23 Prozent in den Nahen Osten geliefert werden.

Im Großraumsegment (Flugzeuge mit 250 bis 400 Sitzen) werden nach Einschätzung von Airbus in den nächsten 20 Jahren rund 6.900 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von rund 1,5 Billionen US-Dollar benötigt, womit sich die heutige Flotte bis 2030 verdoppeln wird. Dies entspricht wertmäßig einem Anteil von 43 Prozent und einem Anteil von 25 Prozent nach Einheiten. 4.800 davon werden kleinere Großraumflugzeuge sein (250 bis 300 Sitze), während die übrigen 2.100 zu den mittelgroßen Twin-Aisle-Jets (350 bis 400 Sitze) zählen werden. Beide Segmente werden durch die Airbus A330- und die A350 XWB-Familie abgedeckt.

Im Single-Aisle-Segment prognostiziert Airbus für die nächsten 20 Jahre die Auslieferung von fast 19.200 Flugzeugen im Wert von rund 1,4 Billionen US-Dollar. Dies entspricht Anteilen von rund 40 Prozent am Gesamtwert bzw. 69 Prozent nach Stückzahlen. Damit werden frühere Prognosen übertroffen, was auf Faktoren wie das steigende Wachstum und den schnelleren Ersatz von älteren, weniger effizienten Flugzeugen zurückzuführen ist. Rund 40 Prozent der neu ausgelieferten Flugzeuge werden als Nachfolger für ältere Flugzeuge benötigt. Außerdem sind etwa 50 Prozent aller ausgelieferten Single-Aisle-Flugzeuge für die bestehenden Luftfahrtmärkte in Nordamerika und Europa bestimmt.

Hinweise für Redakteure:

Die Airbus Marktprognose (Global Market Forecast) analysiert detailliert weltweite Entwicklungen im Luftverkehr. 300 gesonderte Passagier- und Frachtverkehrsströme werden dabei berücksichtigt. Ein weiterer Analyseschwerpunkt ist die jährliche Flottenentwicklung bei den weltweit größten Flugzeugbetreibern. Hier untersucht Airbus, wie sich die Flotten von fast 750 Passagier-Airlines und 190 Frachtbetreibern in den nächsten 20 Jahren verändern werden. Die Prognose erfasst so die Nachfragesituation auf regionalen Märkten bis hin zur Nachfrage nach dem derzeit größten Flugzeug überhaupt, der A380.

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