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01 February 2008
Commercial Aircraft

Airbus A380 fliegt als erstes ziviles Verkehrsflugzeugs mit alternativem Flugkraftstoff: Test erfolgreich beendet

Airbus hat mit einer A380 erfolgreich den ersten Flug eines zivilen Verkehrsflugzeugs mit einem aus Erdgas gewonnenen, synthetischen Flüssigkraftstoff durchgeführt. Der Flug mit ?Gas-to-Liquids? - bzw. GTL-Kraftstoff leitet die erste Phase eines Testprogramms zur weiteren Untersuchung des Umweltentlastungspotentials alternativer Kraftstoffe im Passagierluftverkehr ein. Die Piloten Hugues van-der-Stichel und Frank Chapman flogen die A380 in drei Stunden vom Airbus-Standort Filton in Großbritannien nach Toulouse in Südfrankreich.

Die A380 zeichnet sich durch den sparsamsten Treibstoffverbrauch unter allen heutigen Verkehrsflugzeugen aus. Das Testflugzeug fliegt mit Trent 900-Triebwerken von Rolls-Royce. Shell International Petroleum stellte das GTL Jet Fuel bereit. Die Airbus-Tests laufen parallel zu einem Forschungsprogramm, das Airbus im November 2007 mit seinen Partnern im Qatar GTL-Konsortium gestartet hat. Die Erkenntnisse aus den Flugtests werden unter anderem in dieses gemeinsame Forschungsprojekt einfließen.

Die A380 wurde gewählt, weil dieses Flugzeug schon heute neue Umweltstandards im Luftverkehr setzt. Der Großraumjet hat vier Triebwerke mit getrennten Treibstofftanks und eignet sich daher ideal für verschiedenste Tests, wie zum Beispiel das Abschalten und Wiederanlassen von Triebwerken. Bei diesem Flug wurde das Triebwerk Nr. 1 mit einer Mischung aus GTL-Kraftstoff und Kerosin betrieben. Die übrigen drei Triebwerke arbeiteten mit normalem Kerosin.

Dieser Test ist der erste Schritt im Rahmen eines übergeordneten Airbus-Programms zur Erforschung synthetischer Kraftstoffe als tragfähige und nachhaltige Alternative für die Zukunft. GTL-Kraftstoffe könnten bereits in naher Zukunft an bestimmten Orten als zweckmäßige und leistungsfähige 1:1 Alternative für herkömmliche Flugkraftstoffe in der kommerziellen Luftfahrt zur Verfügung stehen. GTL-Kraftstoffe haben attraktive Eigenschaften, was ihren Einfluss auf die lokale Luftqualität betrifft. Sie bieten bei der Verbrennung Vorteile gegenüber dem bisher gebräuchlichen Kerosin. So sind sie praktisch frei von Schwefel. Synthetische Treibstoffe können im Fischer-Tropsch-Verfahren aus verschiedenen Ausgangsmaterialien hergestellt werden, die Kohlenwasserstoffe enthalten, etwa aus Erdgas oder pflanzlicher Biomasse.

Der heutige Test mit GTL-Kraftstoff wird die Simulation des Einsatzes von künftigen Biokraftstoffen der zweiten Generation unterstützen, die kommerziell allerdings noch nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Sobald geeignete Biokraftstoffe der zweiten Generation in genügender Quantität verfügbar sind, wird Airbus auch hier mit den Erprobungen beginnen.

Sjoerd Post, Vice President Shell Aviation, sagte: ?Wir freuen uns über die erfolgreiche Durchführung dieses Flugs, der den Weg für die künftige Zulassung synthetischer Flugkraftstoffe ebnen wird. Wir sind stolz darauf, diesem Konsortium anzugehören, das sauberere Kraftstoffe für die Luftfahrt erforscht.?

?Dies ist eine großartige Leistung. ?Die Kraftstoff- und Umweltfrage ist für die Luftfahrt heute eine wesentliche Herausforderung. Die technologische Entwicklung und die internationale Zusammenarbeit bei der Forschung eröffnen hier ganz neue Horizonte. Die ?Airbus-Roadmap? für alternative Kraftstoffe setzt auf vielseitige Innovationen und die Erforschung vieler, kreativer Ideen und Möglichkeiten?, sagte Tom Enders, President und CEO von Airbus. ?Dies erfordert ähnlich kühne industrie- und grenzübergreifende Zusammenarbeit, wie wir sie heute mit dem bahnbrechenden Erstflug mit alternativem Kraftstoff unter Beweis gestellt haben. Dieser Flug ist Bestandteil unseres klaren Bekenntnisses, als ökoeffizientes Unternehmen führend zu sein.?

Airbus ist ein EADS-Unternehmen.
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